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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Alles was drückt
Lotse Offline




Beiträge: 289

08.01.2009 11:49
Ein heisses Thema.......... antworten
Vereine müssen zahlen
Hohe Strafen für fehlende Handball-Schiedsrichter - Über 12 000 Euro im Bezirk

Ouelle: HNA Online

Kassel. Selbst mit viel Galgenhumor ist für Martin Kettenberger der aktuelle Bescheid des Hessischen Handball-Verbands nur schwer zu ertragen. Zu 2200 Euro ist die von ihm geleitete Handballsparte der TSG Bad Karlshafen verurteilt worden. Hinzu kommen drei Punkte Abzug für die Frauen-Mannschaft. Grund für die Bestrafung sind fehlende Schiedsrichter.

Wird das geforderte Kontingent nicht erfüllt, geht es den Klubs an den Geldbeutel. Das ist seit Jahren gängige Praxis. Zahlreiche nordhessische Vereine haben vor kurzem entsprechende Post vom HHV erhalten. Insgesamt müssen die Klubs aus dem Bezirk Kassel/Waldeck 12.400 Euro überweisen. Im Bezirk Melsungen/Hersfeld sind es nur 4800, da sich hier die Lage etwas gebessert hat.

Mit ihren 2200 Euro sind die Handballer der TSG Bad Karlshafen Spitzenreiter der Bußgeld-Parade. Die Sparte besteht aus einer Männer- und einer Frauen-Mannschaft sowie einer C-Jugend. Für sie müsste die TSG fünf Schiedsrichter vorweisen - tatsächlich hat Kettenberger keinen einzigen. Besonders bei den vielen jungen Mitgliedern sei die Belastung durch Schule und Beruf schon so groß, dass keiner zu finden war. "Für unsere kleine Sparte ist die geforderte Zahl unrealistisch. Wir haben keine Chance, aus dem Bestrafungskreislauf rauszukommen", ist sich der Bad Karlshafener sicher, dass sein Verein auch in der kommenden Serie zur Kasse gebeten wird. Allerdings dann noch kräftiger, da sich das Strafgeld im Wiederholungsfall erhöht.

Bezirksvorsitzender Karl-Heinz Fiege aus Hofgeismar kennt das Problem der Vereine in puncto Schiedsrichterzahl genau. Er ist der Meinung, dass es ohne Konsequenzen noch schlechter um die Besetzung von Spielen mit Unparteiischen aussehen würde. "Die Vereine, die jetzt hoch bestraft werden, waren ja schon über eine längere Zeit untätig. Sie müssen einfach ernsthafte Schiedsrichter-Kandidaten finden, damit sie für längere Zeit Ruhe haben."
So paradox es klingen mag: Jede neu angemeldete Mannschaft kann einen Verein in ernsthafte Schwierigkeiten bringen. Bad Karlshafen war beispielsweise mächtig stolz darauf, nach etlichen Jahren wieder eine Männer-Mannschaft stellen zu können. Allerdings mussten damit zwei zusätzliche Schiedsrichter gemeldet werden, was nicht gelang. Die Verbandsstrafe folgte auf dem Fuß.

Die Not macht erfinderisch. So hat es schon Mannschaften gegeben, die die Strafen aus eigener Tasche bezahlten, nur um überhaupt weiter bei ihren Verein aktiv bleiben zu dürfen. Darin sieht Martin Kettenberger keine Lösung. Er kündigt stattdessen für die nächste Saison den Rückzug der Männer vom Spielbetrieb an. Einen Ausweg aus diesem Teufelskreis weiß niemand.

Auch die HSG Lohfelden/Vollmarshausen ist stark betroffen. Der Verein mit seinen vier Senioren- und sieben Nachwuchsmannschaften muss 1800 Euro berappen. Zudem gibt es je zwei Punkte Abzug für das Männer- und Frauenteam. Letzteres rutscht damit in der Bezirksoberliga ans Tabellenende. HSG-Vorsitzende Ute Schwarz sagt: "Uns trifft das sehr hart. Wir müssen jetzt sehen, wie wir über Veranstaltungen und zusätzliche Einnahmen die Strafen ausgleichen können." Zuletzt habe die HSG bereits bei der Weihnachtsfeier für den Nachwuchs Geld einsparen müssen.

Das Bußgeld fließt zum Teil an die Bezirke zurück. Karl-Heinz Fiege betont aber, dass man sich nicht als Sparverein begreife und das Geld indirekt wieder den Vereinen zugute käme. So würden für einige Jugendklassen keine Vereinsbeiträge verlangt. Letztlich hilft aber nur die Einsicht, dass sich mehr Sportler zu Schiris ausbilden lassen müssen.

Von Manuel Brandenstein


Anmerkung Verein:

Auch wir waren in den vergangenen Jahren vom Punkteabzug und von Geldstrafen betroffen. Zweimal konnte u.a. sportlicher Erfolg nicht mit einem Aufstieg belohnt werden. Das ist für die betroffene Mannschaft hart und bedeutet jedes mal eine erneute Herausforderung für Trainer und Team sich erneut zu motivieren. Schließlich ist es nicht nur der Spaß am Handballsport der uns anspornt, man möchte natürlich auch Erfolge erzielen.
Den Verein treffen die Geldstrafen natürlich sehr. Man muss schon sehr mit sich ringen, wenn mühsam verdiente EUROS beim Kuchenverkauf, nicht für Investitionen z.B. im Nachwuchsbereich verwandt werden können, sondern als Strafe herhalten müssen.
Aber wir haben nicht resigniert, sondern nach Lösungen gesucht und es ist uns gemeinsam mit unseren Mitgliedern gelungen, unser Schiedsrichtersoll zu erfüllen.

Wie denk ihr darüber?
Schreibt uns Eure Meinungen dazu.
Als kleine Starthilfe drei Kommentare aus dem HNA Online Forum.
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Von Michael B am Donnerstag, 08.01.2009 um 10:10 Uhr
Vereine müssen zahlen
Der Bezirk und der HHV sollten mal langsam anfangen zu denken. Wenn Sie weiterhin diese Strafe aussprechen, wird die bald zur folge haben, das manche Vereine Mannschaften vom Spielbetrieb zurückziehen werden. Da mit der Jugend keine Sponsoren zu holen sind, werden diese erstmal dran glauben müssen. Wenn dies
so weitergeht, kann der Bezirk bzw. der Handballsport den laden zu machen. Dann kann sich dies kein Verein mehr leisten. Wie kann man pro Seniorenmannschaft den 2 Schiedsrichter verlangen, wo in der Regel sowieso dann nur einer pfeift. Bad Karlshafen spielt mit beiden Seniorenmannschfaten in den untersten Spielklassen.Dazu kommt noch 1 Jugendmannschaft. Hier werden sowieso nur Einzelschiedsrichter angesetzt. Somit wären für Bad Karlshafen 3 Schiedsrichter ok. Für jede Mannschaft einen Schiedsrichter. Man sollte mal das ganze System neu überdenken.Bei Spielgemenschaften im Jugendbereich, werden beide Vereine einzeln behandelt. Beide Vereine müssen für die Jugend 2 Schiedsrichter stellen. Der Bezirk/HHV sollte doch froh über solche aktionen sein. Somit geht der Handballsport auch in der Jugend weiter.


Von my2cents am Mittwoch, 07.01.2009 um 23:14 Uhr

Vereine müssen zahlen
Vielleicht sollte eher die Einsicht helfen, dass die Vereine sich überlegen sollten, wie sie mit Schiedsrichtern umgehen, sowohl mit den eigenen, als auch mit Schiedsrichtern die ein Spiel ihrer Mannschaften pfeifen.
Wenn ich als Jugendlicher zu nem Spiel gehe und sehe, dass der Schiri permanent beleidigt wird, dann tu ich mir den Job mit Sicherheit nicht an.
Gelten lassen könnte ich es ja, wenn 1 oder 2 Schiris fehlen würden, aber keinen einzigen hinzubekommen... Das zeugt für mich von Ignoranz und Frechheit. Ich finde solche Bestrafungen gut und richtig. Ein Schiedsrichter verursacht ja auch Kosten für seinen Verein durch Trikots etc. Bei 5 Schiedsrichtern summiert sich das schnell auf 500-1000 € pro Jahr. Das 5-fache als Strafe seh ich da auch als gerechtfertigt an.


Von Michael S. am Donnerstag, 08.01.2009 um 07:18 Uhr

Re: Vereine müssen zahlen
Vereine müssen zahlen

Endlich wird es mal veröffentlicht. Die Wettbewerbsverzerrung, angeordnet von oberster Instanz. Sicher gibt es ein großes Problem mit der Anzahl der Schiedsrichter. Gerade im Bezirk Kassel. Doch auf diese Art und Weise werden nur aktive Mitglieder in die Lehrgänge gezwungen, die im nachhinein sowieso nicht pfeiffen können, weil sie selbst am Spielbetrieb teilnehmen. "Größere" Vereine werden diesen Anschlag auf den Handballsport überleben, aber die "Kleinen" werden nach und nach aussterben. Die Leidtragenden sind letztlich die Jugendmannschaften. Ein Verein wird sich nun zweimal überlegen eine Jugend zu melden (Sofern es noch keine gibt).
Letztlich sollte man mal den Blick vom Kostenfaktor abwenden und über den Punktabzug nachdenken. In dieser saison werden die Damen des Tuspo Waldau (2 Punkte)nur mit viel Glück den Aufstieg in die Oberliga schaffen, obwohl sie die Landesliga dominieren. Im letzten Jahr musste beispielsweise die TG Wehlheiden (3 Punkte, wären eigentlich im sicheren Mittelfeld gewesen)wegen des Abzugs aus der Landesliga absteigen.
Nicht die Strafen, sondern die "Zwangsabstiege" oder Verhinderung eines Aufstiegs kosten die Vereine viel Geld und letztlich Sponsoren.
Vielleicht fängt der Verband jetzt an nachzudenken. Zumindest über einen Punktabzug, wenn es um Auf- oder Abstieg geht.
Nicht die beste Mannschaft ist derzeit Meister seiner Klasse, sondern die die alle Spielregeln des Verbands einhält und das nötige Kleingeld hat.
Der Hexer Offline




Beiträge: 1.056

08.01.2009 16:49
#2 RE: Ein heisses Thema.......... antworten

Oh ein wirklich sehr heißes Thema.....

Wichtig ist es natürlich das jeder Verein möglichst viele Schiesrichter stellt, damit die Last auf vielen Schultern verteilt wird. Dann wird es auch mit der sogenannten Doppelbelastung gar nicht so schlimm. Wenn man als Spieler mal alle paar Wochen einen Einsatz hat, sollte das zu vertreten sein. Wenn ich bei uns im Verein an einige Spieler denke die auch pfeiffen, geht es hier nicht nur um Doppel sondern gleich um eine Dreifachbelastung.

Einiges Potenzial sehe ich da in jedem Verein im Bereich der Damenmannschaften, auch in unserem Verein, wenn man doch mal so guckt wieviel Mannschaften es im in unserem Kreis gibt und wieviel Damen als Schiedsrichter tätig sind, dann könnte man sicherlich so manches Problem beheben.

Wichtig ist es auch im Verein mal eine Art Infoveranstaltung zu organisieren, die für JEDEN Spieler verpflichtend ist, um überhaupt mal zu zeigen, wie werde ich Schiri, wie oft muss ich pfeiffen, welchen Einfluss habe ich auf die Ansetzung usw. weil die meisten gar nicht wissen wie die Abläufe sind.

Auch wenn es jedem Verein weh tut, so geht es tatsächlich nur über Strafen, ob die Höhe und die Art der Bestrafung so in Ordnung ist, das ist natürlich eine andere Sache. Wobei ich sagen muss, das ich die Strafe gegen die TSG Bad Karlshafen völlig in Ordnung finde, auch in dieser Höhe, da ja gar kein Schiedsrichter gestellt wird.

Es gibt nun mal keine angenehmen Strafen und wenn sie zu niedrig angesetzt sind, fehlt der nötige Druck.



"Wenn Handball einfach wäre, würde es Fußball heißen!"

Helm56 Offline



Beiträge: 119

08.01.2009 23:34
#3 RE: Ein heisses Thema.......... antworten

Zu diesen Thema kann man wirklich sehr unterschiedlicher Ansicht sein.
Ich z.B. möchte da vom Verband etwas mehr Gefühl für die Nöte solch kleiner
Vereine einfordern. Dieser Verein wird in 1 oder 2 Jahren nicht mehr in der
Lage sein überhaupt noch Mannschaften zu melden. Was mich ausserdem interessieren
würde ist was macht eigentlich der Verband mit diesen Geldern. In die Ausbildung
von Schiedsrichtern wird es jedenfalls nicht gerade gesteckt.
Es bringt auch nichst auf Teufel komm raus Schiedsrichter zu melden die dann in der
Serie nicht pfeiffen und der Verein dann diese geringere Strafe zahlt nur um eben die
die andere Strafe nicht bezahlen zu müssen.

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